Rabbiner Jaron Engelmayer

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Rabbiner Jaron Engelmayer wechselt von Aachen nach Köln

Köln bekommt einen neuen orthodoxen Rabbiner: Der bisher in Aachen tätige Jaron Baruch Engelmayer (32) tritt sein neues Amt offiziell zum 1. September an. Mit dem gebürtigen Schweizer, der seine Ausbildung in den USA und Israel absolviert hat, sei erneut ganz bewusst ein junger Rabbiner eingestellt worden, erklärte Abraham Lehrer für den Vorstand der Synagogengemeinde. Engelmayer solle zu einem „Kristallisationspunkt“ jüdischer Jugendarbeit in Köln werden, sagte Lehrer gegenüber der Presse. Engelmayer wird Nachfolger von Rabbiner Natanel Teitelbaum, der Köln im vergangenen Frühjahr nach acht Amtsjahren überraschend verlassen hat.

Jaron Engelmayer ist in der Israelitischen Religionsgesellschaft in Zürich groß geworden; nach dem Schulabschluss begann er ein Studium in New York – IT, Computerwissenschaften, Mathematik, Wirtschaft – und wechselte dann für neun Jahre an die Jeschiwa Birkat Mosche in Ma’ale Adumim in Israel. Nachdem er die Smicha des israelischen Oberrabbinats in Jerusalem erhalten hatte (unterschrieben vom damaligen aschkenasischen Oberrabbiner Meir Lau), erwarb er auch noch die zusätzliche Smicha als «raw kascher la’ir» und wurde Gemeinderabbiner in Aachen. Dort gründete der vielsprachige Rabbiner zusammen mit seiner Frau Chana, einer ausgebildeten Jugendarbeiterin und Lehrerin, einen jüdischen Kindergarten und nahm neben der eigentlichen Gemeindearbeit eine Vielzahl öffentlicher Termine wahr.

Schon Engelmayers Großvater war Rabbiner; er selbst ist in der Schweiz zionistisch, aber gleichzeitig sehr weltoffen erzogen worden, sagt er. Bevor er im Herbst 2005 seine Tätigkeit in Aachen antrat, arbeitete er bei der Ronald S. Lauder Foundation in Frankfurt am Main, wo er auch seine Frau Chana kennenlernte, die als Kind als Kontingentflüchtling aus Tadschikistan nach Deutschland kam. „Wir haben viel dafür getan, einen jungen deutschsprachigen Rabbiner hierhin zu bekommen, und wir sind sehr zufrieden mit ihm“, befand Robert Neugröschel, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Aachen, im Juli. Die Kölner Gemeinde zu führen, sei aber „eine Chance, die man einem jungen Mann nicht verbauen darf.“

„Hier gibt es noch viel Potential zur Verbesserung“, sagte Yaron Engelmayer vor einigen Monaten über seinen Arbeitsbereich in Aachen. Ein Satz, der auch für Köln gelten dürfte. Die Synagogengemeinde Köln zählt gut 5.000 Mitglieder und definiert sich selbst als orthodoxe Einheitsgemeinde. Dem Vernehmen nach bemüht sich der Gemeindevorstand derzeit auch um einen Rabbiner für liberale Gottesdienste, wie sie in der Synagoge Roonstraße bis zur Schoa üblich waren.
Rabbiner Engelmayer beendete seine Tätigkeit im Ende Januar 2015 in Köln und zog mit seiner Familie nach Israel.

Aus: Jüdische Zeitung 09/2008