Juni 11

Amt und Bonus

Die Tora verbietet Priestern und der Regierung, ihre Macht zu missbrauchen

Wir haben gelernt, dass es unter denen, die uns regieren, auch solche gibt, die ihre Macht missbrauchen. Die Oberschicht gilt als klug mit guten Manieren. Und der Bürger erwartet zu Recht, dass die Mitglieder der Regierung moralisch integer sind. Sie sollten nicht einmal beim Stehlen eines Kaugummis im Supermarkt erwischt werden. Allerdings kommt es gerade bei hohen Politikern immer wieder zu Korruptionsfällen, bei denen es um ganz andere Summen geht.

Juni 4

Operation Neuland

Der heimliche Besuch jenseits des Jordans sollte bei den Kundschaftern die Liebe zu Eretz Israel entfachen

Die letzten Tage des Monats Siwan erwecken in uns jedes Jahr aufs Neue die Erinnerung an die Verfolgung. Wir denken an die Zeit der Mischna, als nach der Niederlage von Bar Kochba in Beitar der große Rabbiner Chananja ben Tradjon von Frevlern getötet und mit ihm seine Torarolle verbrannt wird. Und daran, wie zur Zeit der Kreuzzüge die jüdischen Gemeinden am Rhein heimgesucht werden. Während des G’ttesdienstes 1096 wird die Wormser Gemeinde niedergemetzelt. Ähnliches geschieht in Mainz, Köln und Bacharach. Im 12. Jahrhundert kommt in der französischen Stadt Blois ein unvorstellbares Martyrium über die dortige Gemeinde, und die Gelehrten Rabbi Jechiel ben David und Jekutiel ben Jehuda schritten mit ihren Gemeinden »G’tt lobend und mit Gesang« zur eigenen Hinrichtung. In den Jahren 1648/49 beim Aufstand der Kosaken gegen die polnische Herrschaft verlieren hunderttausende Juden ihr Hab und Gut, und auf oft grausame Art auch ihr Leben.

Mai 14

Geistige Elite

Warum sich Priester und Prinzen besonders heilig verhalten sollen

Das Buch Wajikra bezeichnet man auch als das Buch der Leviten. Auf Latein heißt es Leviticus. Es gibt die bekannte Redewendung »jemandem die Leviten lesen«. Das bedeutet, dass man einem Menschen gehörig die Meinung sagt, weil man mit ihm unzufrieden ist. Woher kommt dieses Sprichwort? In den fünf Büchern Moses gibt es 613 Gebote und Verbote, davon allein 337 im dritten Buch Moses.

Mai 7

Zeichen der Freiheit

Manche Hebräer wählten für sich die Sklaverei. Sie mussten ihr Ohr am Türpfosten durchstechen lassen Liberté, egalité, fraternité« – drei Schlagwörter, die im Jahre 1789 von Paris aus durch ganz Europa hallten und Geschichte schrieben! Mit der Französischen Revolution veränderte die Welt ihr Gesicht und ihre Strukturen von Grund auf. Liberté, Freiheit, steht als eines.

April 23

Eine Frage der Rücksicht

Blindheit ist in der Tora weit mehr ist als die Unfähigkeit zu sehen Die Paraschot Acharej Mot und Kedoschim sind die Abschnitte mit den meisten Ge-und Verboten. Und diejenigen, die sie einhalten, werden heilig sein. So steht es im ersten Vers im 3. Buch Moses, Kapitel 19: »Und der Ewige sprach zu Mosche: Sprich zu.

März 9

Bis in alle Ewigkeit

TREUE – Der Bund mit den Patriarchen gilt für jede Generation Israels Es ist für jeden Menschen wichtig zu wissen, zu welcher Gruppe, zu welchem Volk er gehört. Im täglichen Amida-Gebet (bei dem in der Synagoge Stille herrscht und selbst die schlimmsten Schwätzer merken, dass gerade gebetet wird) beginnen wir mit folgenden Worten: »Gelobt seist.

März 9

Ratgeber Thora

GEBOTE – Weil der Mensch die Fähigkeit verloren hat, zwischen Wahr und Falsch zu unterscheiden, gibt es Regeln Der Wochenabschnitt Tezawe beginnt mit den Worten: »Und du sollst den Kindern Israels gebieten, dass sie dir reines Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter bringen, dass man ständig die Lampen anzünden kann.« »Tezawe« bedeutet »du sollst.

Februar 3

Frei von Gier

GENÜGSAM Warum nur ein zufriedener Mensch wahrhaft reich ist Langsam zeichnet sich der Weg aus der Krise ab. Optimistische Einschätzungen werden vorsichtig formuliert, denn noch sind wir nicht über den Berg. Und trotzdem ist zu erkennen, dass die gewonnenen Einsichten und Lehren zu den gegenwärtigen Wirtschaftsschwierigkeiten und deren Ursachen längst nicht bei allen angekommen sind..

Januar 21

Immer am Kopf

ERINNERUNG Die Tefillin sind Voraussetzung und Anstoß für das Gedächtnis Der achten Plage, den Heuschrecken, fallen die letzten Überbleibsel des Hagels zum Opfer. Nachdem der Pharao erstmals beim Hagel seine Schuld an der ganzen Misere Ägyptens eingestanden hatte, erklärt er sich erneut für schuldig, ohne jedoch wirklich Reue zu bekunden. Zumindest begreift er, dass, wenn.

Januar 3

Reine Absichten

SELBSTLOS – Warum Wohltaten gegenüber Verstorbenen als »wahre Barmherzigkeit« gelten Im Wochenabschnitt Wajechi geht es um eine reine Liebestat. Unser Stammvater Jakow bat seinen Sohn Josef: »Erweise mir Liebe und Wahrheit. Begrabe mich nicht in Ägypten« (1. Buch Moses 47,29). Zu diesem Vers zitiert Raschi (1040–1105) eine sehr bekannte Aussage unserer Weisen: »Eine Wohltat, die.

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